Herzchirurgie – Klinikum Nürnberg
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Chefarzt:
Prof. Dr. med. Theodor Fischlein
Telefon: (0911) 398-5441
Klinikpflegedienstleitung: Brigitte Schultheis
Telefon: (0911) 398-5485
Die Klinik für Herzchirurgie bietet alle Eingriffe der modernen Erwachsenenherzchirurgie an. Pro Jahr werden hier ca. 1000 Operationen am Herzen durchgeführt.
Die koronare Bypasschirurgie umfasst die Revaskularisation
der Herzkranzgefäße mittels körpereigenen
Arterien und Venen, wobei die rein arterielle Revaskularisation
an Bedeutung zunimmt. Die Operationen werden meist mit Hilfe
der Herz-Lungen Maschine (HLM) durchgeführt, in bestimmten
Situationen kann aber auch auf die extrakorporale Zirkulation
verzichtet werden. Bei einzelnen Patienten stellt die Bypass-Operation
ohne HLM das schonendere Verfahren mit weniger potentiellen
Risiken dar.
Patienten mit schon deutlich verminderter Herzfunktion
(EF < 30%)
und bestehender koronarer Herzkrankheit stellen eine besondere
Herausforderung dar. Wie in mehreren klinischen Studien nachgewiesen
werden konnte, profitieren gerade diese Patienten von einer
Herzoperation mit im allgemeinen deutlicher Verbesserung der
Herzfunktion und der Lebensqualität. Bei solchen Patienten
wird einen Tag vor der Operation eine Ballonpumpe über
die Leiste durch die Körperhauptschlagader vorgeschoben.
Es kommt so zur Entlastung des Herzens, was sich als günstig
für die Prognose der Herzoperation erwiesen hat.
Für Klappenersatzoperationen stehen modern gestaltete
künstliche und biologische Herzklappen zur Verfügung.
Dazu gehören die mechanischen Doppelflügelprothesen
weltweit anerkannter Hersteller. Zusätzlich können
auch Bioprothesen angeboten werden, die vor allem bei älteren
Patienten oder Patienten, die eine Kontraindikation gegen
die Therapie mit Marcumar besitzen, implantiert werden. Ein
besonderes Augenmerk gilt dabei den so genannten „Stentless“ Bioprothesen,
bei denen die Klappensegel nicht wie bei den herkömmlichen
Bioprothesen auf ein Drahtgerüst aufgezogen sind. Diese
Prothesen verfügen über eine verbesserte Hämodynamik
und wahrscheinlich über eine längere Haltbarkeit.
Erhalt der eigenen Herzklappen
Falls möglich wird heutzutage versucht, die eigenen Herzklappen,
und hier seien v.a. die Mitral- und Trikuspidalklappe erwähnt,
bei bestimmten Befundkonstellationen zu erhalten. Der Klappenerhalt
ist aus unserer Sicht einem Klappenersatz vorzuziehen. Während
der Operation durchgeführte echokardiographische Untersuchungsmethoden
stehen zur Verfügung, um das Rekonstruktionsergebnis
zu kontrollieren.
Häufig sind Mitralklappenerkrankungen (aber auch andere
operationswürdige Herzerkrankungen) mit dem Auftreten
von Vorhofflimmern verbunden. Dies macht meist eine Marcumartherapie
notwendig, welche ein hohes Maß an Nebenwirkungen mit
sich bringen kann. Im Verlauf der vergangenen Jahre wurden
effektive Operationsmethoden entwickelt, dieses Krankheitsbild
zu behandeln. Diese Art der Operation verspricht eine hohe
Erfolgsquote und kann in Nürnberg durchgeführt werden.
Die weitere Betreuung der Patienten findet in diesem speziellen
Fall in enger Kooperation mit den Elektrophysiologen der hier
im Hause tätigen Kardiologen statt.
Zum operativen Spektrum der Abteilung gehören auch
chirurgische Eingriffe im Bereich der ascendierenden Aorta und des Aortenbogens. Hierzu zählen die geplanten Eingriffe
bei Aneurysmen mit und ohne Aortenklappenbeteiligung und notfallmäßig
durchgeführte Operationen bei Aortendissektionen mit
drohender Ruptur.
Herzinsuffizienzambulanz
Es gibt Patienten, bei denen es im Rahmen einer Herzerkrankung
zur ausgeprägten Verschlechterung der Herzfunktion gekommen
ist, die Patienten aber aufgrund verschiedener Ursachen keine
Kandidaten für eine konventionelle Herzoperation sind.
Diese Patienten können durch die enge Kooperation mit
der Herzchirurgie am Universitätsklinikum Erlangen in
der sogenannten Herzinsuffizienzambulanz weiterbetreut werden.
Hier können zum einen konservative Therapiemöglichkeiten
ausgeschöpft und weitere ausgesuchte operative Therapiemöglichkeiten
wie die Implantation eines künstlichen Herzunterstützungssystems (Ventricular Assist Device) oder eine Herztransplantation
evaluiert werden.
Ärzte
Die Operationen im Zentrum für Herzchirurgie in Nürnberg
werden von Fachärzten für Herzchirurgie, die nach
den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Thorax-,
Herz- und Gefäßchirurgie ausgebildet und geprüft
wurden, durchgeführt, was einen hohen Qualitätsstandard
verspricht. Regelmäßige Besuche und die aktive
Teilnahme an Fachkongressen weltweit sind Voraussetzung und
gew ährleisten die Weiterbildung des angestellten Personals.
Nach der Operation
Die Patienten werden postoperativ auf der operativen Intensivstation,
die von der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin
geleitet wird betreut und im weitern Verlauf auf die herzchirurgische
Normalstation bis zur Entlassung zurückverlegt. Hier
besteht die Möglichkeit des kontinuierlichen zentralen
Monitorings, was zu Patientensicherheit beiträgt. Die
Patienten werden während dieser Zeit von ausgebildeten
und spezialisierten Fachkräften betreut und mobilisiert.
Es schließt sich im allgemeinen die von der betroffenen
Krankenkasse unterstützte Anschlussheilbehandlung an,
welche schon im Verlauf des stationären Aufenthalts
organisiert wird, um unnötige Verzögerungen im
Heilungsverlauf des Patienten zu vermeiden.