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Labor für Psychophysiologie

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Leitung: Dr. med. Kneginja Richter
Oberärztin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Somnologin
Mitglied der deutschen Gesellschaft für Neurophysiologie, EEG Zertifikat

Telefon:  (0911) 398-3970
E-Mail: Kneginja.Richter@medizinplus.com

Das Labor für Psychophysiologie ergänzt die Diagnostik und Behandlung psychiatrischer Erkrankungen durch apparative Methoden, mit denen Veränderungen bestimmter körpereigener Funktionen erkannt werden können. So berichten z.B. Menschen, die unter Angststörungen leiden über ein „Herzrasen“ oder über verstärktes Schwitzen. Diese Symptome treten auch in der Nacht bei Menschen mit einer langjährigen Ein- und Durchschlafstörung auf.

Eine apparative Diagnostik ist auch bei der Verordnung von Psychopharmaka wichtig, weil diese die elektrische Aktivität der Nervenzellen manchmal verändern können. Durch eine entsprechende Untersuchung kann eine Optimierung der Psychopharmakotherapie erreicht werden und unklare Bewusstseinstörungen geklärt werden.

Eine der Ursachen der psychiatrischen Erkrankungen sind Störungen der Freisetzung einiger Botenstoffe im Gehirn (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin). Mit der Hilfe der transkraniellen Magnetstimulation in Kombination mit Medikamenten könnte bei manchen Patienten indirekt die Freisetzung dieser Botenstoffe gefördert werden wodurch die Symptome einer Depression verbessert werden.

Folgende Untersuchungen werden im Labor für Psychophysiologie durchgeführt:

Neben der Diagnostik bieten wir zwei apparative Therapiemethoden an:

Langzeit-Elektroenzephalographie (Langzeit-EEG)
Die Langzeit Elektroencephalographie wird nur bei besonderen Fragestellungen die einen Zusammenhang mit den psychiatrischen Erkrankungen zeigen, durchgeführt. Dazu gehören unklare delirante Zustände und Einfluss der Psychopharmaka auf die hirnelektrische Aktivität. Das gesunde Gehirn zeigt wohlgeordnete rhythmische Eigenständigkeit mit verschiedenen Wellenformen im Wach-und Schlafzustand. Diese werden durch eine sog. Elektrodenhaube nach Reinigen der Kopfhaut abgeleitet und auf das Millionenfache verstärkt. Eine Dauer von mindestens 18 Stunden ist notwendig. Die Ableitungen werden unter ärztlicher Supervision und von medizinischtechnischen Mitarbeitern durchgeführt.

Untersuchungen des autonomen Nervensystems und Hautleitantwort
Das autonome Nervensystem bzw. das vegetative Nervensystem stellt das älteste Nervensystem innerhalb der Evolutionsgeschichte von Mensch und Tier dar. Es kontrolliert und koordiniert die unbewussten Funktionen des Körpers wie beispielsweise Herzschlag, Atmung und Verdauung. Liegt eine Störung einer oder mehrerer dieser automatisch ablaufenden Prozesse vor, kann das ein Indiz für eine psychiatrische Erkrankung sein. Allzu oft wird diese Möglichkeit nicht oder erst sehr spät in Betracht gezogen. Dabei genügen drei einfache Untersuchungen, um eine Unzulänglichkeit des autonomen Nervensystems festzustellen. Darüber hinaus kann die Verträglichkeit von Medikamenten und deren Einfluss auf die verschiedenen Körperfunktionen mithilfe der Diagnostik des autonomen Nervensystems überprüft werden, wodurch eine Optimierung der Medikation ermöglicht wird.

Die Untersuchungen des autonomen Nervensystems können das Gleichgewicht des autonomen oder vegetativen Nervensystems prüfen. Das autonome Nervensystem setzt sich aus dem sympathischen und parasympathischen Nervensystem zusammen. So ist z.B. das sympatische Nervensystem bei manchen Erkrankungen wie Angststörung, Insomnie u. A. überaktiv. Die erhöhte sympathische Aktivität zeigt sich durch beschleunigte Herzfrequenz, schnellerer Atmung, verstärktes Schwitzen etc.

Für die Verträglichkeit der Medikamente ist es wichtig den Einfluss der Psychopharmaka auf das autonome Nervensystem zu prüfen.

Tests:

  • Herzratenvariabilität
  • Valsalva Versuch
  • Ewing Test
  • Hautreflex

Repetitive transkranielle Magnetstimulation
Mehr als eine Million Menschen in Deutschland erleiden zumindest eine depressive Phase in ihrem Leben. Bisher wurden Patienten mit Depression meistens mit Medikamenten und Psychotherapie behandelt. Manche Patienten reagieren jedoch nur unzureichend auf die oben genannten Therapien. Dies könnte zum Teil darin begründet sein, dass viele Patienten während einer depressiven Phase einen veränderten Stoffwechsel in bestimmten Bereichen ihrer Hirnrinde zeigen.

Inzwischen wurden leistungsfähige Magnetstimulatoren entwickelt, mit deren Hilfe man gezielt (und fast schmerzlos) durch die Haut und den Knochen hindurch die Nervenzellen einzelner Hirngebiete aktivieren kann. Dadurch konnte eine bisher allerdings noch begrenzte Zahl von depressiven Patienten erfolgreich behandelt werden, indem gezielt die Hirngebiete stimuliert wurden, die während der Krankheitsphase am häufigsten einen gestörten Stoffwechsel zeigten.

In unserer Klinik steht ein solcher Magnetstimulator zur Verfügung, mit dem wir Serien von magnetischen Impulsen der Hirnrinde des Patienten verabreichen können. Die eigentliche Behandlung besteht aus mehreren Behandlungsserien à 5 Tage (10 – 15 Tage). Die einzelne Behandlung besteht aus mehreren Reizserien, deren Länge von der Frequenz des Magnetimpulses (1 bis 10 Hz) abhängt, so dass die Reizung insgesamt ca. 20 Minuten andauert. Die Reizung kann zu jedem Zeitpunkt auf Ihren Wunsch abgebrochen werden.

Zu Beginn der Behandlung wird die Magnetspule über das Hirnareal gehalten, das die gegenüber liegende Hand ansteuert. Durch langsame Erhöhung des Magnetfeldes wird die Schwelle bestimmt, an der der Daumen dieser Hand leicht zuckt. Dann wird die optimale Magnetdosis berechnet und an der Stelle verabreicht, an der die Stoffwechselstörung bei depressiven rechtshändigen Patienten wahrscheinlich vorliegt.

Eine der wichtigsten aber eher seltenen Nebenwirkungen der Magnetstimulation ist das Zittern der Kopf- und Stirnmuskulatur auf der Seite der Stimulation während der Entladungen, da auch benachbarte Kopfnerven und –muskeln stimuliert werden. Diese Zuckungen sind unangenehm, aber nach eigener Erfahrung erträglich. Es kann lokal ein dumpfes Gefühl über mehrere Stunden anhalten, das durch einen Eisbeutel meist schnell abklingt. Die während der magnetischen Entladung auftretenden „Klack“-Geräusche sind so leise, dass mit Ohrstöpseln keine Änderung der Hörempfindlichkeit auftreten werden.

Bei hohen magnetischen Dosen sind epileptische Anfälle bei einzelnen Patienten ausgelöst worden, die früher bereits einmal einen Krampfanfall erlitten haben. Ein epileptischer Anfall kann in seltenen Fällen Verletzungen, insbesondere einen Zungenbiss, verursachen. Die Atmung kann durch Blut und Speichel behindert werden. Urin und Stuhl können sich entleeren. Wir behandeln deshalb nur Menschen, deren EEG unauffällig ist, und die bisher noch nie einen Anfall (einschließlich Fieberkrämpfen in der Kindheit) erlitten haben.

Schwangere und Menschen mit Herzschrittmachern, Gefäßclips nach Kopfoperationen oder Innenohrimplantaten dürfen ebenfalls nicht mit solchen Magnetfeldern behandelt werden. Diese Sicherheitsstandards wurden nach jahrelanger Erfahrung in der diagnostischen Magnetstimulation, insbesondere in der Neurologie, erarbeitet.

Biofeedback-Verfahren
Biofeedback ist eine wissenschaftliche Methode, mit dessen Hilfe normalerweise unbewusst ablaufende psychophysiologische Prozesse (z.B. Pulsfrequenz, Schweißsekretion, Muskeltonus, Atem,...) durch Rückmeldung (feedback) wahrnehmbar gemacht werden. Schrittweise soll der Anwender dann lernen, eine willentliche Kontrolle über sein physiologisches System ausüben zu können. Die grundlegenden Prinzipien sind uralt: Sie reflektieren die Tatsache, dass ein Feedback von Informationen oder das Wissen um Ergebnisse wesentlich ist für das wirksame Erlernen jeder Fertigkeit.

Wie funktioniert Biofeedback?
Durch Sensoren werden Körperfunktionen, die normalerweise nicht bewusst wahrgenommen und beeinflusst werden können, registriert. Am Bildschirm vor Ihnen können Sie die Vorgänge, die innerhalb Ihres Körpers ablaufen, sehen. Ihre Aufgabe beim Biofeedback-Training ist es, diese Körpervorgänge bewusst und willentlich zu beeinflussen. So trainieren die Patienten, ihre Muskelverspannungen zu reduzieren oder stressgeplagte Menschen, ihr vegetatives Nervensystem zu beruhigen. Innerhalb weniger Sitzungen kann ein nachhaltiger Erfolg bei vielen Beschwerden erzielt werden - ohne Nebenwirkungen. Das Biofeedback-Gerät ist somit wie ein Spiegel, der Informationen über das Körperinnere liefert. Dieser Spiegel ist dann nicht mehr notwendig, wenn die Selbstregulation einmal gelernt wurde. Die Fähigkeit, physiologische Prozesse zu beeinflussen, bleibt somit durch regelmäßiges Üben erhalten und verhilft so zu einem gesunden und ausgeglichenen Leben.

Typische Einsatzgebiete des Biofeedbacks sind:

  • Stress, Stressfolgen, Stressbewältigung
  • Schlafstörungen
  • Sexualstörungen
  • Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen
  • Angststörungen, Depressionen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Psychische Ursachen / psychische Folgen von körperlichen Krankheiten
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